Klinke macht das halbe Dutzend voll - oder auch: Das engste 27:4 der Quiz-Geschichte

Gleich die erste Chance hat er genutzt: Jonas Klinke hat Jürgen Buxmann bei "Bux vs. Klinke" auch 2021 geschlagen und damit seinen sechsten Sieg eingefahren.

Sieg Nummer sechs ist eingefahren: Jonas Klinke nach seinem Erfolg in der siebten Ausgabe von "Bux vs. Klinke". (Foto: Antenne Bergstraße)

Es war spannender, musikalisch einfacher und autolastiger - und doch war am Ende alles wieder beim Alten: Jonas Klinke hat am Mittwochabend auch die siebte Ausgabe des Quiz-Duells "Bux vs. Klinke" gegen Jürgen Buxmann für sich entschieden und seinen sechsten Sieg eingefahren.

27:4 stand es nach sechs Spielrunden und dem großen Finale. Und auch wenn das Endergebnis dies vermuten lässt, ein Spaziergang war dieser Abend für den Favoriten nicht. Im Gegenteil, für einige Zeit lag sogar die große Überraschung in der Luft. Aber der Reihe nach:

Bereits beim ersten Spiel sorgten Klinke und Buxmann für ordentlich Spannung, wenn auch eher unfreiwillig: Für den Auftakt hatte Moderator Jens Guthmann ein Mini-Irish-Pub-Quiz angesetzt. Fünf Fragen, wie sie auch in einem Irish Pub Quiz gestellt werden könnten, für jede richtig beantwortete Frage gab es einen Punkt. Oder besser: Hätte es einen Punkt gegeben. Denn weil die beiden Hauptprotagonisten weder wussten, wie viele Streifen die US-Flagge hat, welcher Staat weltweit die meisten Inseln hat, wie ein bekannter Graffiti-Künstler aus Bristol heißt und wann genau die Londoner U-Bahn eröffnet wurde, stand es nach den ersten vier Fragen 0:0.

Doch dann brachte ausgerechnet eine Filmfrage, nicht unbedingt die Stärke von Klinke und Buxmann, den ersten Punkt auf die Anzeigetafel: Klinke beantwortete die Frage "Nenne den ersten Spielfilm von Pixar?" mit "Toy Story" richtig und sackte den ersten Zähler ein.

"Guten Morgen liebe Sorgen": Klinke und Buxmann bekleckern sich in der ersten Musik-Runde nicht mit Ruhm

Es folgte die erste Musik-Runde. Sehr zum Leidwesen der beiden Duellanten, bei denen Musik ebenfalls nicht zu den Stärken zählt. Erst recht nicht, wenn sie aus den 1980er Jahren kommt und rückwärts abgespielt wird. Umso bemerkenswerter, dass beide jeweils zwei Punkte erzielen konnten. Und hätte sich Klinke getraut, beim letzten Lied "Guten Morgen liebe Sorgen" von Jürgen von der Lippe als Antwort abzugeben, hätte er seine Führung sogar ausbauen können. Tat er aber nicht und weil Buxmann stattdessen lieber auf Monty Python setzte, verwandelte keiner der beiden den Spielball in Runde zwei.

Klinke behält im "Sport" die Nerven

Dann der erste große Höhepunkt: Die Kategorie "Sport"! Klinkes absolutes Fachgebiet, alles andere als ein Rundensieg käme einer Sensation gleich. Selbst ein Unentschieden wäre definitiv zu wenig. Entsprechend groß der Druck für den 26-Jährigen.

"Jetzt muss ich punkten! Ich habe einen Ruf zu verlieren, nicht nur hier bei der Antenne", sagte er leicht nervös vor der Runde. Doch davon war kurze Zeit später nicht mehr viel zu spüren: Mit 4:1 ging die Sport-Runde erwartungsgemäß klar an den Sportjournalisten. Allerdings: Er hatte angesichts sieben gestellten Fragen auch mindestens zwei Punkte liegen lassen. Wenn sich das mal nicht rächen sollte ...

Vorerst sah aber alles gut aus für Klinke: Mit 7:3 ging er in die vierte Runde.

Britney oder Ed?

Spiel vier war erneut eine Musik-Runde. Allerdings eine spezielle, denn es standen nur zwei Antwortmöglichkeiten zur Auswahl: Britney Spears oder Ed Sheeran! Jens Guthmann las ins Deutsche übersetzte Songtext-Passagen vor und Klinke und Buxmann mussten einschätzen, ob der Text aus einem Lied von Britney Spears oder Ed Sheeran stammt.

Fünf Songtexte bekamen Klinke und Buxmann vorgesetzt. Beide holten vier Punkte. So gelang es dem fünfmaligen Sieger seine Vier-Punkte-Führung zu halten.

6:1-Rundensieg! Buxmann bei "Auto-Fragen" auf der Überholspur

Nach einem Jahr Corona-Pause kehrten Jonas Klinke (l.) und Jürgen Buxmann am Mittwoch zurück auf die 91,7 MHz und sorgten erneut für beste Quiz-Unterhaltung. (Foto: Antenne Bergstraße)

Doch die Freude über die komfortable Führung endete in Spiel fünf. Denn Buxmann lief im direkt folgenden "Auto-Quiz" zur absoluten Höchstform auf: Mit 6:1 revanchierte er sich eindrucksvoll für die Niederlage beim "Sport" und verpasste seinem jüngeren Kontrahenten beinahe gar eine Zu-Null-Runde. Einzig eine bessere Schätzung bei der Frage, wann es erstmals einen Auto-Prototyp mit Automatikgetriebe gab (richtige Antwort: 1939), rettete Klinke vor der kompletten Demontage.

Dieser klare Rundensieg zauberte Herausforderer Buxmann nicht nur ein Lächeln ins Gesicht, sondern brachte ihm erstmals an diesem Abend auch die Führung: 13:12 vor der letzten normalen Spielrunde! Dieser Spielstand ließ das Lächeln natürlich noch breiter werden. Plötzlich lag die große Überraschung in der Luft!

"Only 30 Seconds": Klinke gewinnt Songrate-Poker

Als letzte Runde vor dem großen Finale, dessen Modus für Buxmann und Klinke bis zum Ende ein Geheimnis bleiben sollte, hatte Jens Guthmann erneut Songraten angesetzt. Diesmal jedoch nicht rückwärts und aus den 1980ern, sondern in Form eines kleinen Pokerspiels mit 1990er Songs.

Bei "Only 30 Seconds" mussten mussten Buxmann und Klinke vor jedem Titel für sich entscheiden, in wie vielen Sekunden sie sich zutrauen, den Song zu erraten und dementsprechend unterbieten. Meist war die Pokerei bei zehn Sekunden ziemlich schnell zugunsten Buxmanns beendet. Jedoch konnte er den Vorteil nicht nutzen. Er wusste schlicht nie Songtitel UND Interpret*in zur gleichen Zeit. So konnte Klinke zweimal, bei Falco mit "Out of the Dark" und Lou Bega mit "Mambo No. 5", abstauben und die sechste Runde mit 2:0 für sich entscheiden.

Für einen Radiomacher bei fünf eigentlich sehr bekannten Liedern ein immer noch bescheidener Wert, doch das war ihm in diesem Moment ziemlich egal. Viel wichtiger war der Spielstand, denn diesen hatte er rechtzeitig vor dem Finale wieder gedreht: 14:13 für den Bensheimer!

Nur ein Punkt Unterschied: Hochspannung vor dem Finale!

Nur einen Punkt Unterschied vor dem Finale. Vielmehr Spannung geht kaum. Und diese sollte sich noch mehr zuspitzen, denn Moderator Guthmann hatte sich überlegt, dass das Finale aus nur einer einzigen Frage bestehen sollte. Nicht die einzige Besonderheit: Klinke und Buxmann mussten sich vor der Frage überlegen, wie viele ihrer zuvor hart erkämpften Punkte sie dafür setzen möchten. Bei besserer Schätzung gäbe es die gesetzten Zähler obendrauf, bei schlechterer Schätzung würden sie abgezogen.

Ein Lied hatten Buxmann und Klinke Zeit, über ihren Einsatz nachzudenken, ohne auch nur ansatzweise zu wissen, aus welchem Themenbereich die Frage kommen würde.

Dann die Frage: "Wie lange bräuchte eine Brieftaube, die 100 km/h schnell fliegt, wenn sie ohne Pause von Frankfurt nach Peking fliegen würde?"

Es begann das Rechnen und vor allem das Abschätzen der Distanz zwischen "Mainhattan" und der chinesischen Hauptstadt. 7.000, 8.000, 9.000 oder doch gar 10.000 Kilometer?

Nach einem weiteren Lied hieß es: Musik aus. Antworten an.

Buxmann tippte auf 91,7 Stunden. Weil die Antenne ja auch die 91,7 MHz als Sendefrequenz habe, so seine Erklärung. Daher würde das ja perfekt als Antwort passen. Demnach würde die Distanz zwischen beiden Städten ca. 9.170 Kilometer betragen. Genau deshalb sei die Frage auch überhaupt ausgewählt worden, mutmaßte der erfahrene Radiomacher.

Eine Antwort, die perfekt zur Antenne passt? Klinke kam direkt ins Schwitzen. An solch eine Möglichkeit und Herleitung hatte er überhaupt nicht gedacht. Stattdessen hatte er 85 Stunden aufgeschrieben, in der Annahme dass Frankfurt und Peking zirka 8500 Kilometer auseinander liegen dürften. Doch augenblicklich schien diese Antwort angesichts der Erklärung seines Gegenübers zu verblassen. Sollte er diesen Abend tatsächlich verlieren?

Nein, sollte er nicht. Als Moderator Guthmann die richtige Antwort von 7.780 Kilometer Luftlinie beziehungsweise zirka 77 Stunden enthüllte, war klar: Klinke war mit 85 näher dran als Buxmann mit seinen wunderbar hergeleiteten 91,7. Der sechste Gesamtsieg war perfekt!

Und weil er 13 Punkte gesetzt hatte, bekam Klinke diese Zähler obendrauf, während Buxmann neun Punkte abgezogen wurden. Weshalb dieser Abend 27:4 endete. Womöglich das engste 27:4 der Geschichte.

Übermut oder gesundes Selbstvertrauen? Klinke träumt jetzt von "La Decima"

"Wahnsinn! Das war ein richtig knapper Abend, das Ergebnis ist durch den Finalmodus natürlich extrem verzerrt worden. Ich bin sehr glücklich, direkt im ersten Versuch das Dutzend in der Gesamtwertung voll gemacht zu haben", meinte Klinke im Anschluss. "Großen Respekt an Bux für die 'Auto-Runde'. Das war überragend", lobte er seinen Gegner.

Buxmann kommentierte seine starke Auto-Performance nur mit einem breiten Grinsen.

Mit Blick aufs Gesamtergebnis ärgerte er sich: "Ich war heute ganz nah dran und dann kam dieses Finale, dessen Modus ich ehrlich gesagt erst dann bei der Auflösung endgültig verstanden habe. Das ist bitter. So steht da nun ein 4:27. Und jeder, der auf den Endstand schaut, denkt sich: 'Na, da hat er mal wieder richtig kassiert.' Obwohl dem ja überhaupt nicht so war. Aber wenn man das Finale mal ausklammert, macht der Verlauf des Abends mir Mut für Ausgabe Nummer acht."

Es bleibt zu hoffen, dass er sich diesen Mut auch die nächsten 365 Tage bewahrt. Ansonsten könnte ihm in der Sendewoche 2022 die siebte Pleite drohen. Denn klar ist: Sechs Erfolge sind Jonas Klinke nicht genug. Aus Insiderkreisen ist zu hören, dass er direkt nach dem Triumph am Mittwochabend gar schon von "La Decima", dem zehnten Sieg, gesprochen haben soll.

Für Buxmann dürften diese Gerüchte vom "La Decima"-Traum wie eine Drohung klingen.

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